Deutschpflicht auf Schulhöfen?

Zum Vorschlag der CDU-Landratskandidatin Srita Heide nach einer Deutschpflicht auf Schulhöfen

„Nach der Forderung der CSU im Dezember 2014 nach einer Deutschpflicht für Migranten zu Hause halte ich auch den Vorschlag der Kollegin Srita Heide – mit Verlaub – für reichlich bizarr. Ich finde es höchst bedauerlich, dass die Kollegin trotz eigener Migrationserfahrungen beim Thema Integration auf Stimmungsmache und Populismus setzt. Deutsch ist die Amts- und Verkehrssprache in unserem Land. Das Erlernen und Beherrschen der deutschen Sprache ist zweifellos eine wichtige Voraussetzung, damit Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund einen gerechten Zugang zu Bildung erhalten. Ich lehne jedoch eine generelle Deutschpflicht auf Pausenhöfen ab. Wir sollten unsere Lehrerinnen und Lehrer nicht zwingen, Kinder zu sanktionieren, die auf dem Schulhof den Zwang zur deutschen Sprache nicht einhalten. Wenn sich Eltern, Schüler und Lehrer allerdings freiwillig auf eine solche Maßnahme verständigen und es keine Sanktionen gibt, bin ich aufgeschlossen für ein solches Projekt. Schließlich sind das Pflegen der eigenen Sprache, Kultur und Religion und die Integration in ein Land, in das man geflohen oder eingewandert ist, kein Gegensatz. Wer die Auslöschung der kulturellen Identität von Einwanderern zum Ziel der Integration erklärt, schadet der Integrationspolitik. Wichtig ist doch vielmehr, dass Kinder mit Migrationshintergrund sowohl die deutsche Sprache als auch ihre Muttersprache erlernen. Integration ist ein vielschichtiger Prozess und lässt sich nicht mit Pausenreglementierungen erzwingen.“

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